Geschichte des Burgund

Die heutige Region Burgund war schon im Palaeolithikum von Menschen besiedelt. Funde am Felsen von Solutré weisen für die Zeit um 15.000 v. Chr. eine dichte Besiedelung nach. Auch oberhalb von La Vierge Romaine in Chassey-le-Camp wurde eine Siedlung aus dem Neolithikum (um 4.000 v. Chr.) entdeckt (die Funde der Ausgrabungen sind im Musée Rollin in Autun zu sehen).

Bis zur Ankunft der Römer war die keltische Kultur der Gallier vorherrschend. Hauptstadt der Gallier/Äduer war Bibracte. Im Jahr 52 v. Chr. schlugen die Römer unter Julius Caesar bei Alesia den gallischen Aufstand unter Vercingetorix nieder. Es folgte die Eingliederung Galliens in das Römische Reich und die langsame sprachliche und kulturelle Romanisierung seiner Einwohner. Um 43 v. Chr. wurde Augustodunum (Autun) gegründet. Das Volk der Burgunden wird den Ostgermanen zugerechnet. In der Spätantike begründete es am Rhein ein eigenständiges Reich. Das Nibelungenlied aus dem 12. Jahrhunderts hat seinen Untergang zum Thema.


 

Die Benediktiner machten Burgund im Mittelalter von Cluny aus zum geistigen Mittelpunkt Europas. 1363 verlieh König Johann der Gute das Herzogtum Burgund seinem jüngsten Sohn Philipp dem Kühnen. Er wurde der Begründer des Hauses Burgund, einer der mächtigsten Dynastien des Spätmittelalters, die einen großen Länderkomplex von den heutigen Niederlanden bis zum heutigen Burgund unter ihre Kontrolle brachte. Das Schloss von Philipp dem Kühnen befindet sich in Santenay, zwei km von La Vierge Romaine entfernt.





1404-1419 regierte Herzog Johann Ohnefurcht, 1419-1467 Herzog Philipp der Gute, 1467-1477 Herzog Karl der Kühne. Zentrum der burgundischen Herzöge war Dijon. Während Philipp der Gute sein Territorium zu konsolidieren verstand und über einen reichen und mächtigen Staat regierte, versuchte sein Nachfolger Karl, die Expansion mit militärischer Gewalt fortzusetzen. 1477 wurde er bei Nancy geschlagen, er selber fiel in der Schlacht. Seither gehört Burgund zu Frankreich.

 



Die kunstgeschichtlich bedeutenden Baudenkmäler, Schlösser und Klöster haben das Burgund berühmt gemacht. Größere und wohlhabendere Klöster als im Burgund findet man in keiner anderen Provinz Frankreichs. Zahlreiche prunkvolle Schlösser und Burgen lassen das Herz des Kulturliebhabers höher schlagen. Oftmals sind die bedeutenden Sehenswürdigkeiten umgeben von prachtvoll gestalteten Parks und Gärten. Hier wird man vom Zauber der Vergangenheit in den Bann gezogen.